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  • rgebhardt

„Knubbel“ in der Haut



Als aufmerksamer Tierbesitzer haben Sie sicherlich schon einmal einen „Knoten“ in oder unter der Haut Ihres Hundes oder Ihrer Katze festgestellt. Die Ursachen können sehr vielfältig sein und es lohnt immer, einen genauen Blick darauf zu werfen!

Im harmlosesten Fall handelt es sich um lokale entzündliche Reaktionen auf Ereignisse wie Mücken- oder Zeckenstiche. Wenn die Schwellung dabei klein und lokal begrenzt bleibt, keine Rötung auftritt und nach wenigen Tagen wieder verschwunden ist, bedarf es keiner weiteren Kontrolle. Auch auf Impfungen oder die Injektion von Medikamenten kann das Unterhautfettgewebe leicht gereizt reagieren. Oft treten die Umfangsvermehrungen erst einige Wochen nach dem „Piek“ auf, so dass es manchmal schwer fällt, den Zusammenhang festzustellen. Reaktionen auf Medikamente können lokal schon mal mehrere Zentimeter groß, teils mit Flüssigkeit gefüllt und hin und wieder schmerzhaft sein. Packen Sie Ihren Vierbeiner dann ein und besuchen Sie Ihren Tierarzt. Er wird anhand der Patienteneintragungen feststellen können, ob ein Zusammenhang mit einem Medikament oder einer Impfung besteht. In der Regel ist auch hier keine Behandlung nötig, die Veränderungen sollten aber binnen 1 – 2 Wochen verschwunden sein.

Neben den harmlosen „Knubbeln“ gibt es aber auch Umfangsvermehrungen mit anderem Charakter. Unser Rat: tasten Sie Ihr Tier beim Kraulen beiläufig ab und registrieren Sie aufmerksam, wo Sie Veränderungen feststellen. Umfangsvermehrungen können sowohl in als auch unter der Haut im darunterliegenden Fettgewebe liegen. Sie gestalten sich unterschiedlich in ihrer Größe und Konsistenz. Es gibt weiche, elastische, derbe oder knotige Veränderungen, die sich entweder leicht oder gar nicht auf ihrer Unterlage hin und her schieben lassen. Gängiger Rat noch vor wenigen Jahren war: beobachten, im Sinne von „solange es nicht wächst, ist es nicht so schlimm“. Heute ein Kunstfehler! So manch zu lange „beobachteter“ Tumor erwies sich als bösartig und irgendwann auch inoperabel!

Neben gutartigen Hautzubildungen wie v. a. Lipome (Fettgewebstumore), aber auch andere, gibt es einige bösartige Veränderungen, so z. B. der Mastzelltumor oder das Fibrosarkom. Je früher bösartige Veränderungen diagnostiziert werden, umso effektiver kann dagegen vorgegangen werden, um möglichst eine Heilung zu erzielen.

Daher gilt: registrieren Sie bitte alle Umfangsvermehrungen in der Haut Ihres Hundes oder Ihrer Katze und beobachten Sie diese intensiv, aber nicht zu lange. Besteht ein „Knubbel“ länger als zwei oder drei Wochen, dann stellen Sie Ihr Tier umgehend Ihrem Tierarzt vor! Durch eine sogenannte Feinnadelaspiration (FNA) können aus dem Knoten einige Zellen entnommen werden. Diese sind in der Regel ausreichend für den Pathologen, um den Tumor näher zu benennen. Der Eingriff ist leicht und jederzeit vorzunehmen, es ist nicht mehr als der „Pieks“ bei der Impfung! Und keine Angst: bösartige Zellen können dabei nicht „verschleppt“ werden!

Kennt man den Tumor, kann ein gezielter Therapieplan entwickelt werden. Gutartige Veränderungen wie Lipome können vorerst belassen werden, es sei denn, sie stören durch ihre schiere Größe. Histiozytome bilden sich meist von selbst zurück. Bei bösartigen Tumoren ist die Chirurgie, wann immer möglich, die erste Wahl. Gerade bei den verschiedenen bösartigen Tumoren ist es allerdings wichtig zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Sie weisen z. T. ein charakteristisches Wachstum auf, was bei der Planung einer Operation unbedingt berücksichtigt werden muss. So wachsen z. B. sogenannte Mastzelltumore wie ein Krake ins umliegende Gewebe und das, was man an Knoten sieht bzw. tastet, ist nicht der Tumor allein. Daher muss ein Mastzelltumor mit einigen Zentimetern dreidimensionalem Sicherheitsabstand um den Knoten selbst entfernt werden, sonst ist eine rasche Ausbreitung und Vermehrung der fehlerhaft verbleibenden Tumorzellen sehr wahrscheinlich. Das mindert massiv den Erfolg der Operation. Um ganz sicher zu gehen, wird nicht nur der Tumor mit dem umliegenden Gewebe entfernt, sondern man entnimmt aus dem unter dem Tumor liegenden Gewebe mehrere kleine Proben. Sind diese tumorzellfrei, kann man nahezu vollständig sicher sein, den gesamten Tumor entfernt zu haben.

Häufig treten Tumore erst in fortgeschrittenem Alter auf. Verständlich dabei sind Ihre Bedenken als Besitzer, ob Sie Ihrem Hunde- oder Katzensenior noch eine OP zumuten wollen. Alter ist per se aber kein Argument gegen eine OP. Natürlich muss der alte Patient besonders sorgfältig auf seine Narkosefähigkeit hin untersucht werden, aber dank moderner und herzschützender Narkosemedikamente und die Möglichkeit der Inhalationsnarkose kann eine OP so schonend wie nur möglich gestaltet werden. Ihr Tierarzt wird Sie gern ausführlich vor dem Eingriff zu allen Maßnahmen beraten, um Ihnen die Angst zu nehmen.

Sie sind sich unsicher, ob Sie eine Veränderung an Ihrem Hund oder Ihrer Katze gefunden haben? Wir beraten Sie gern!

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